TITEL Currents Beneath Silence
MATERIAL Epoxidharz auf Holzleinwand
FORMAT 100 × 70 cm
JAHR 2022
PREIS 1.300 €
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Material & Komposition
Dieses Werk entfaltet sich als vielschichtiger abstrakter Bildraum, in dem fließende Bewegungen, sedimentartige Strukturen und klare Zäsuren in ein spannungsreiches Gleichgewicht gebracht werden. Blau, Türkis, Weiß und Anthrazit bilden ein kühles, zugleich tiefes Farbspektrum, das an Wasser, Gestein, Erosion oder tektonische Verschiebungen denken lässt, ohne ins Gegenständliche zu kippen. Charakteristisch ist der bewusste Dialog zwischen den glänzenden, farbig geschichteten Epoxidharzflächen und den freigelassenen Partien der bemalten Holzleinwand: Das matte, raue Hellgrau des Untergrunds steht der glasartigen Oberfläche des Harzes gegenüber und macht Materialität selbst zum Thema. Die feinen weißen Linien heben einzelne Formen und Bewegungsbahnen zusätzlich hervor; sie strukturieren das Bild, schärfen die Übergänge und verstärken den Eindruck von Dynamik und innerer Bewegung. In dieser Verbindung von Schichtung, Transparenz, Textur und kontrollierter Offenheit zeigt sich eine Arbeitsweise, die Prozess, Materialforschung und Wahrnehmung eng miteinander verknüpft.
Zwischen Ruhe und Bewegung
Die besondere Stärke des Bildes liegt in seiner gleichzeitigen Präsenz von Ruhe und Energie. Aus der Distanz wirkt es weit, atmosphärisch und fast landschaftlich; in der Nähe öffnet es ein komplexes Geflecht aus filigranen Binnenstrukturen, Verästelungen, Verdichtungen und fließenden Übergängen. Dadurch entsteht eine Ästhetik, die nicht nur schön oder dekorativ erscheint, sondern den Blick bindet und verlangsamt. Das Werk fordert ein genaueres, suchendes Sehen: Man folgt Linien, taucht in Tiefenschichten ein, entdeckt neue Zonen und nimmt immer wieder den Kontrast zwischen matter Offenheit und glänzender Verdichtung wahr. Seine Ästhetik ist markant, eigenständig und wiedererkennbar, weil sie sinnliche Wirkung mit konzeptueller Klarheit verbindet.
Prozess als Bildsprache
Im Kontext meines künstlerischen Schwerpunkts Prozesse wird dieses Werk besonders lesbar, denn es zeigt nicht einen festen Zustand, sondern ein Geschehen. Schichten überlagern sich, Bewegungen zeichnen sich ab, Formen entstehen, verschieben sich und scheinen sich im nächsten Moment wieder aufzulösen. Gerade darin liegt seine inhaltliche Tiefe. Das Bild kann als visuelle Übersetzung von Übergängen, inneren Bewegungen, Spannungen und Transformation verstanden werden, also als genau jene offene Form des Werdens, die mein künstlerisches Denken prägt. Die Materialkontraste verstärken diese Aussage noch, denn das Harz steht für Fluss, Verdichtung, Spiegelung und Tiefe; die ausgesparten Holzflächen für Unterbrechung, Rohheit, Offenheit und bewusste Setzung. So entsteht ein Werk, das Prozesse nicht illustriert, sondern materiell erfahrbar macht. Und es wirkt zugänglich, weil es Assoziationen an Natur, Landschaft oder innere Zustände weckt, ohne eine einzige Deutung festzuschreiben. Es eröffnet einen Resonanzraum, in dem Bewegung, Veränderung und Mehrdeutigkeit sinnlich erlebbar werden.