Zwischen Kunstgeschichte und eigener Bildsprache

Kunst begleitet mich seit früher Kindheit. Schon früh war sie für mich ein Raum der Wahrnehmung, des Ausdrucks und der gedanklichen Auseinandersetzung. Später habe ich Kunstgeschichte in München studiert und mich intensiv mit künstlerischen Positionen, Bildsprachen und ästhetischen Fragestellungen beschäftigt. Aus dieser theoretischen und analytischen Annäherung entwickelte sich mit der Zeit der Wunsch, nicht nur über Kunst zu reflektieren, sondern selbst eine eigene künstlerische Sprache zu entwickeln.

Mein Weg zur eigenen künstlerischen Praxis

Die Rückkehr in die eigene Praxis war für mich kein Bruch, sondern eine konsequente Weiterentwicklung. Mich interessierte zunehmend die Frage, wie sich innere Bewegungen, Veränderungen und Spannungen nicht nur beschreiben, sondern visuell und materiell erfahrbar machen lassen. In meiner abstrakten Arbeit verbinde ich kunsthistorische Sensibilität mit experimenteller Offenheit. Dabei geht es mir nicht um die Darstellung eines festen Motivs, sondern um die Entwicklung von Bildräumen, in denen sich Prozesse, Zustände und Übergänge verdichten.

Material, Prozess und Arbeitsweise

Ich arbeite mit unterschiedlichen fließenden Medien und Schichtungen, unter anderem mit Epoxidharz, Acrylfarbe, Tusche, Tinte, Lack und Alcohol Ink. Das Gießen, Fließen, Verdichten und Überlagern dieser Materialien ist ein zentraler Bestandteil meines künstlerischen Prozesses. Viele meiner Werke entstehen in mehreren Phasen: aus spontanen materiellen Reaktionen, gezielten Eingriffen, zeichnerischen Verdichtungen und malerischen Überarbeitungen. Mich interessiert dabei besonders das Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Offenheit, zwischen dem bewussten Setzen von Impulsen und dem Vertrauen in das Eigenverhalten des Materials. So entwickelt sich jedes Werk Schicht für Schicht zu einer eigenständigen visuellen Struktur.

Prozesse als zentrales Thema

Im Mittelpunkt meiner künstlerischen Arbeit steht das Thema Prozesse. Ich verstehe meine Bilder als Sichtbarmachung von Veränderung, Verdichtung, Aufbruch und Verwandlung. Schichten, Strukturen, Risse, Verflechtungen und Übergänge werden zu Trägern von Bewegung und Zeit. Dabei interessieren mich nicht lineare Entwicklungen, sondern komplexe, oft widersprüchliche Prozesse: Wachstum und Auflösung, Ruhe und Dynamik, Kontrolle und Loslassen, Widerstand und Öffnung. Meine Werke entstehen aus dieser Auseinandersetzung heraus und laden dazu ein, Prozess nicht als bloßen Hintergrund, sondern als eigentliche Form des Bildes wahrzunehmen.

Offenheit in der Betrachtung

Wichtig ist mir, dass meine Arbeiten nicht auf eine einzige Deutung festgelegt sind. Viele Werke erinnern an Landschaften, geologische Formationen, Wasserwelten, mikroskopische Strukturen oder innere Zustandsräume und bleiben dabei bewusst offen. Ich möchte Betrachtenden keinen festen Bildinhalt vorgeben, sondern einen Raum eröffnen, in dem eigene Assoziationen, Wahrnehmungen und Empfindungen entstehen können. Meine Kunst versteht sich daher nicht als Illustration, sondern als Einladung zum genauen Hinsehen, zum Entdecken und zum Erleben von Tiefe, Materialität und Veränderung.

Heute

Ich lebe und arbeite in München und habe seit 2021 mein Atelier im Kunstlabor 2. Meine künstlerische Praxis ist geprägt von der kontinuierlichen Suche nach neuen Techniken, differenzierten Oberflächen und einer immer klarer werdenden ästhetischen Identität. In meinen Arbeiten verbinde ich Experiment, Intuition und Reflexion zu einer abstrakten Bildsprache, in der Prozesse sichtbar, spürbar und zugänglich werden.

Besuche mich in meinem Atelier im Herzen von München! Termine jederzeit nach Absprache.

@Kunstlabor 2 (3. OG)

Dachauer Straße 90

80335 München

alexandra.lotter.art@gmail.com